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White Noise
Entstehungsjahr 2016

Eine temporäre künstlerische Installation im neuen Gebäude der FHNW in Brugg-Windisch: Im Laufe von zwei Wochen formt sich nach und nach eine kristalline, architekturbezogene Plastik – ein materialisiertes Denkgebäude – entlang von Gesprächen über Kunst und Bildung, in die Urs Aeschbach Eilende und Weilende verwickelt.
Die architektonische Grundform des Korridors – ein einfacher axialer Raumkörper – erinnert durch die vieleckigen Schalldämmplatten an der Decke und durch die Lichtführung an ein Bild von David Schnell oder an den Merzbau von Kurt Schwitters. Es ist, als durchschreite man das Innere eines hellen, weiten, kristallinen Körpers, dessen innere Hülle sich nach einer erstarrten Explosion in zahllosen geometrischen Einzelteilen verfestigt hat.

Mit dem Bau der temporären Installation reagiert der Künstler auf die bestehende Architektursprache und zugleich auf die Schule als Ausbildungsort für angehende Lehrer und Lehrerinnen. Dabei ist die Kunstintervention ein work in progress, ein kontinuierlich wachsendes, räumliches und inhaltliches Gebilde, das nach zwei Wochen zu seiner (unvollendeten) Endform findet. Vor den Augen der Passanten wächst kontinuierlich ein anregendes, sie beim Durchschreiten des Korridors begleitendes Objekt des Sehens, Lesens, Fühlens und Denkens.
Die Plastik aus EPS-Platten entwickelt sich langsam entlang der Längsachse mitten im Korridor. Es entstehen miteinander verbundene kleinere und grössere Wandabschnitte, Nischen und Durchgänge. Die einzelnen Platten werden mittels angespitzter Rundstäbe aus Hartholz zusammengefügt, sodass das Gebilde je nach Gesprächsverlauf mit den Passanten an jeder x-beliebigen Stelle ergänzt oder abgeändert werden kann.

Über die ganze Dauer der Bauzeit, an zweimal drei Tagen, arbeitet der Künstler in einem weissen Overall an der Installation und wird schon rein farblich zu ihr zugehörig wahrgenommen. Fragen an die Schule, an die Bildung und an den Unterricht sowie Statements zum Lernen und Lehren sind auf Zetteln zu lesen, welche an seinen Overall geheftet sind. Aber auch auf den weissen EPS-Platten sind Kernsätze notiert, die zum Gespräch mit dem Künstler anregen. Die Reaktionen der Passanten wiederum hält der Künstler auf den Platten fest, was erneut zu Gesprächen führt und weitere Kommentare nach sich zieht, die wiederum aufgenommen werden und so den Bau der Plastik vorantreiben.

Es sind vor allem die kritischen Kommentare zum Schulsystem und zur Bildung, zum Lernen und Lehren von Gerald Hüther, Richard David Precht, Jesper Juul, Ken Robinson, Arno Stern, André Stern, Peter Bichsel, Joseph Beuys, Steve Jobs u.a., die zu Gesprächen mit dem Künstler führen.


Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW)

Campus Brugg-Windisch

Dauer der Intervention: 5.12. – 14.1.2016

Auf Einladung von Andrina Jörg, Treff.Kultur, Pädagogische Hochschule, FHNW

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Uhrenwürfel
Entstehungsjahr 2014

In der Tradition der Schulhauspavillon-Architektur 1952 – 1953 von den Architekten Rasser & Vadi entworfen, wurden die Gebäude des Hebelschulhauses 2013 inhaltlich und bezüglich der Baustruktur neueren Standards und Nutzungen angepasst und saniert.
«Urs Aeschbachs Projekt ‹Uhrenwürfel› ist ein künstlerischer Eingriff im Aussenraum der Schule, dem eine vertiefte Auseinandersetzung mit der bestehenden Situation vor Ort bezüglich Ästhetik, Architektur und Nutzung des Hofs als Pausenraum zugrunde liegt. Seine skulpturale Intervention verwendet den dunkelbraun geklinkerten Liftturm als Sockel und stellt so eine optimale Sichtbarkeit für die Kunst her. Die beiden ‹Uhrenwürfel› integrieren sich dabei wie selbstverständlich in den Schulbetrieb und in die Architektur. Dies verdanken sie einerseits ihrer Farbigkeit und Typographie, die sich am ursprünglichen Gestaltungskonzept der Anlage orientiert, ihren Proportionen als auch ihrer Funktionalität als Zeitanzeige für die eintreffenden oder in der Pause spielenden Kinder. Je ein Zifferblatt blickt auf den vorderen und den hinteren Pausenplatz, wodurch die künstlerische Arbeit als ein Scharnier zwischen diesen Räumen wirkt. Aus pulverbeschichtetem Aluminiumblech gefertigt, stehen der rote und der gelbe Würfel leicht aus der Orthogonalität gerückt, in erhöhter Position. Die Uhr als Sinnbild für Disziplin, Genauigkeit und Eindeutigkeit ist in den Würfeln, die vorgeben, zufällig so zu liegen, leicht ‹aus dem Konzept zu bringen›. Die Ausrichtung der beiden Würfel lässt den Eindruck aufkommen, als wären sie einem Riesen unbemerkt aus der Tasche und auf das Schulhausdach gefallen. Dabei ist einer der beiden Würfel kopfüber auf dem Vordach gelandet, seine Uhr ist um 180° gedreht. Die ‹Verrückung› erinnert daran, dass auch Zeit relativ ist und manchmal ‹die Uhren anders gehen›.»
Präsidialdepartement, Abteilung Kultur, Medienmitteilung vom 5.5.2015


Primarschule Hebelschulhaus, Riehen (BS)
Auftraggeber:
Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt
Wettbewerb auf Einladung

Metallwürfel: Roland Bitterli, Mechanische Werkstätte, Basel
Uhren: Moser-Baer, Sumiswald (Herstellerfirma) und Mobatime, Dübendorf (Vertrieb)
Grafik/Design: Peter Spiess, pstype

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Eure Welt ist meine Brocki-Tasche
Entstehungsjahr 2013

Die beiden Leuchtkästen «Korallenriff» (Cafeteria) und «Juralandschaft» (Speisesaal) wurden speziell für das Alterszentrum geschaffen. Es sind Aufnahmen grosser, bühnenartiger Modelle, die beim Betrachten eigene Ferien- und Reiseerlebnisse wachrufen. Alle abgebildeten Gegenstände stammen aus Brockenhäusern, die bekanntlich vorwiegend von den Haushaltauflösungen leben, wie sie Senioren und Seniorinnen oft vor einem Übertritt in ein Alterszentrum erleiden müssen. In beiden Bildern tauchen weggegebene Objekte wieder auf: Nur kommen sie hier platzsparend, spielerisch und anspruchslos daher.


Fotograf: Serge Hasenböhler, Basel

Leuchtkastenbau: Daniel Schafer, Distop GmbH, Arlesheim

Print: Pascale Brügger, Basel

Fotos aufgezogen: Guido Balzarini, Varia AG, Allschwil und Neriana Capatti, Basel

Elektrotechnische Beratung: Jörg Gubler, Wahli AG, Bern

Bild: Digitaldruck auf Folie, rückseitig auf Glas aufgezogen

Glas: Weissglas, entspiegelt, ca. 8 mm stark

Rahmen: aus Aluminium resp. Acrylglas

Licht: dimmbare LED-Leuchten

Masse Leuchtkästen: «Korallenriff» Æ190 cm / «Juralandschaft» 278 x 360 cm

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Hans im Glück
Entstehungsjahr 2001

Das grosse, anamorphotische Wandbild befindet sich im Korridor (Erdgeschoss) des neuen Trakts. Dieser hat an beiden Stirnseiten einen Eingang resp. Ausgang. Die geschlossene Abteilung für demente Patienten liegt am einen Ende des Korridors, die Abdankungskapelle am anderen. Das Märchen «Hans im Glück» ist eine Metapher für die persönliche Situation der hier lebenden Menschen. So wie die Patienten, die an Demenz leiden, durch ihre Krankheit gezwungen werden, nach und nach Fähigkeiten und Kenntnisse, vor allem ihr Erinnerungsvermögen, abzugeben, so trennt sich Hans auf seiner langen Reise nach Hause von seinem materiellen Besitz und macht dabei unerfreuliche (aber erstaunlicherweise auch jedes Mal wieder gute) Erfahrungen. Am Ende der Geschichte (der Reise) kommt Hans endlich zu Hause an, mittellos aber nicht unglücklich, und wird von seiner Mutter in die Arme geschlossen. Er hat nichts mehr, als sich selber. Die einzelnen Tiere des Wandbildes, wie das Pferd, die Kuh usw., sind nur von je einem punktgenauen Standpunkt aus unverzerrt erkennbar. In frontaler Sicht, z.B. vom Garten aus betrachtet, erschliessen sich die Bildsujets nicht, im Gegenteil, das Bild wirkt völlig ungegenständlich.


Masse Wandbild: 46 m x 2,80 m

Farbe: Sirius Acryl und Schutzlack matt

Malerei: Jürg Feusi, Weggis, Jung-Yeun Jang, Basel, Michael

Haas, Flüh, Thomas Hauri, Berlin, Monika Ruckstuhl, Basel

Digitale Bildbearbeitung: Kaspar Hässig, red wave, Basel

Ausdruck Vorlagen und Pläne Bild: Intercolor, Basel

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Vögel auf Sirenenmast
Entstehungsjahr 1994

Am bestehenden Sirenenmast auf dem Dach des Schulhauses von Hermetschwil-Staffeln sind sieben Trittsprossen (T-Profile, feuerverzinkt) durch längere Sprossen ersetzt und darauf sechs übergrosse Vögel aus Bronze (28 cm – 55 cm) montiert worden: Drei Vogel-Paare mit je zwei identischen, naturgetreu nachgebildeten Vögeln. Der Sirenenmast steht genau über dem oberen Haupteingang und ist von weitem sichtbar. Die Trägersprossen sind rechtwinklig zueinander auf verschiedenen Höhen am Mast angebracht. Der Servicezugang zur Sirene ist jedoch gewährleistet.
Viele Jahre später zeigt sich ein neues Bild: Der Sirenenmast wurde durch einen moderneren, weniger hohen ersetzt. Entsprechend wurde die Anzahl der Vögel von sechs auf fünf reduziert. Die Künstler wurden über diese Änderungen nicht informiert und sind bei der Neugestaltung des Sirenenmasts nicht einbezogen worden.


Ingenieur: Herr Holek

Bronzeguss: Gilles Petit, Fonderie, Fleurier

Lieferung der T-Profile: Letrona AG, Friltschen (Alu-Profile)

Lieferung der Stahlprofile: Herr Hufschmid, Göslikon-Fischbach

Montage: Herr Budminger, Zufikon